"Franz Lazi. Fotografie. Architektur-, Design- und Werbefotografie der 50er Jahre", (Buchcover), Edition J. J. Heckenhauer, Berlin/Tübingen 2003

16.01.04 - 28.02.04
Franz Lazi | Architektur-, Design- und Werbefotografie der 50er Jahre

"Das Buch beginnt mit Aufnahmen von Nachwirkungen des Krieges, die sehr bedeutungsvoll sind. Fotos von Straßenzügen voller Trümmer subsumiert man leicht als Produkte reiner, im Jahr 1948 nicht anders zu erwartender Dokumentation. Diese Bilder aber stecken voller Hinweise auf die Moderne. So zum Beispiel das Bild von den Ruinen in Berlin, über die sich Plakatwände mit Werbung für Automobile, Sportartikel und Pariser Mode erheben. Lazis Haltung war konstruktiv, sein Blick in die Zukunft gewandt. Auf einer Fotografie von 1950 kümmert sich ein kleiner Junge um eine Puppe in einem provisorischen Bettchen. Zwei andere Buben sehen zu. Sie stehen für reisende Männer, gerüstet für die Aktion, auch wenn sie jetzt bloß Kinderroller zur Verfügung haben. Das Bild sieht aus wie Lazis Beitrag zu Edward Steichens The Family of Man, ist aber zu modern und futuristisch für dessen recht konservative Vision vom künftigen Lauf der Welt. (...)

1949 ließ sich Lazi als Werbefotograf nieder (...). Über die Werbefotografie jener Tage gibt es wenig Theoretisches. Was lässt sich über Bilder von Geschirr und Arrangements sagen? Es war ein Geschäft für virtuose Techniker, wie Zeitzeugen jener Tage betonen. Abbildungen von Glas und Chrom boten, vor allem in Bezug zu mattschwarzen Oberflächen, besondere Schwierigkeiten. Unterschwellig forderten die technischen Probleme zu einer Beschäftigung mit dem Licht als dem höchsten Wert heraus."

Ian Jeffrey

aus: Licht und Substanz in Franz Lazis Fotografie (abgedruckt im Katalog "Franz Lazi. Fotografie. Architektur-, Design- und Werbefotografie der 50er Jahre", Edition J. J. Heckenhauer, Berlin/Tübingen 2003. Den Katalog mit dem vollständigen Text von Ian Jeffrey und einem Text von Manfred Schmalriede können Sie über unsere Galerie beziehen).

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