Elefantenfuß (aus der Serie
Elefantenfuß (aus der Serie "Memento"), 2001-2005, Photo-Lithographie auf Büttenpapier, 120 x 146 cm, Auflage 3 + 1 AP

26.02.05 - 05.04.05
Alex Reuter | Memento.

"Der Betrachter ist diejenige Instanz, welcher die Kunst im Eigentlichen erst authentisch macht. Reuter überläßt es dem Betrachter, seine eigene Wahrheit im Bild zu finden, die dem Werk erst seine Authentizität verleiht. In seiner Serie "Memento" befragt er die verschiedenen Rezeptionsmöglichkeiten und untersucht, wie man zur Wahrheit gelangen kann.

Die Objekte, die er in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellt, hat er meist zufällig gefunden. Viele in Berlin und einige auf Reisen. Es läßt sich eine Kontiunität von Fragmenten feststellen, die sich mit der Zeit um den Zweiten Weltkrieg beschäftigen, doch Reuters kriegsgeschichtliches Interesse wird gebrochen durch Fundstücke aus der unmittelbaren Gegenwart, wie etwa dem "Helm", der im Zusammenhang mit dem Fall der Mauer steht, oder im Abbild des toten Hasen, der künstlerische Querverweise auf Dürers "Feldhasen" zuläßt. (...) Eine weitere Komponente der Orientierung stellen die Bildlegenden dar, welche sich (...) [im Katalog] begleitend zur Serie befinden. Durch die beigefügten Legenden erhalten die Fotografien einen seltsamen Zug von Morbidität, welcher der glatten und ästhetischen Schönheit in einer bedrohlichen Art und Weise gegenüber steht. Denn sie decken die geschichtlichen Hintergründe und die näheren Umstände der Objekte auf, die auf Geschehnisse verweisen, die zum größten Teil mit dem Tod endeten. Ganz klassische künstlerische Themen stehen somit im Mittelpunkt der Serie "Memento". Leben, Schönheit, Vergänglichkeit und Tod. (...)"

Vivian Kea

aus: Alex Reuter. Memento (abgedruckt im Katalog "Alex Reuter. Memento", Edition J. J. Heckenhauer, Tübingen/Berlin 2005. Den Katalog mit dem vollständigen Text von Vivian Kea können Sie über unsere Galerie beziehen).

[ Publikation ]